Geruchssinn nach Nasenoperation: Was Sie wissen müssen
- Dr. Nikolaus Redtenbacher
- vor 5 Minuten
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Vor einem chirurgischen Eingriff an der Nase machen sich viele Patientinnen und Patienten Gedanken über mögliche Veränderungen des Riechvermögens. Diese Sorge ist verständlich, denn der Geruchssinn kann nach einer Nasen-OP zunächst deutlich eingeschränkt sein. In den ersten Tagen berichten Betroffene häufig über ein vermindertes oder sogar vollständig ausgefallenes Geruchsempfinden.
Tatsächlich ist dieses Phänomen in den meisten Fällen vorübergehend. Die Gründe dafür liegen meist in postoperativen Schwellungen, welche die Luftzirkulation einschränken. Auch Tamponaden oder Verkrustungen in den Nasengängen können den Zugang der Duftmoleküle zur Riechschleimhaut vorübergehend blockieren. Laut einer klinischen Untersuchung kehrt der Geruchssinn bei rund 80 % der Patienten innerhalb von vier Wochen wieder zurück .
Langfristige Beeinträchtigungen sind äußerst selten. Eine Auswertung von über 1.000 Rhinoplastik-Fällen zeigt, dass weniger als ein Prozent der Patient:innen anhaltende Einschränkungen des Geruchssinns erlebten. In den meisten Fällen verbessert sich der Geruchssinn nach einer Nasen-OP sogar, wenn zuvor bestehende anatomische Engstellen, wie eine schiefe Nasenscheidewand, korrigiert wurden.
Wenn Sie sich also vor einem Geruchsverlust fürchten: Ja, diese Einschränkung ist zwar häufig, aber in der Regel temporär und behandelbar. In den nächsten Abschnitten erfahren Sie, warum es zum Riechverlust kommt, wie lange er anhält und was Sie aktiv zur Genesung beitragen können.
Das Wichtigste in Kürze:
Nach einer Nasen-OP ist der Geruchssinn bei den meisten Patient:innen vorübergehend eingeschränkt.
Ursachen sind vor allem Schwellungen, Tamponaden oder Verkrustungen, die den Luftstrom blockieren.
In 80 % der Fälle kehrt das Riechvermögen innerhalb von 4 Wochen zurück, manchmal dauert es bis zu 12 Wochen.
Dauerhafte Einschränkungen sind sehr selten (< 1 %).
Häufig treten auch vorübergehende Geschmacksstörungen oder unangenehme Gerüche durch Wundheilung auf.
Wenn der Geruchsverlust länger als 6–8 Wochen anhält oder sich verschlechtert, sollte ärztliche Kontrolle erfolgen.
Warum tritt der Geruchsverlust auf?
Der Geruchssinn nach Nasen OP kann aus mehreren Gründen vorübergehend gestört sein – in der Regel sind es physische oder entzündliche Veränderungen im Bereich der oberen Nasenmuscheln, die das Riechvermögen einschränken. Die häufigste Ursache ist die postoperative Schwellung der Nasenschleimhäute. Nach dem Eingriff reagiert das Gewebe auf die chirurgische Belastung mit einer natürlichen Entzündungsreaktion. Dabei schwillt es an, produziert vermehrt Schleim und blockiert so die Riechspalte – also genau den Bereich, in dem Duftmoleküle normalerweise die Riechzellen erreichen. Studien zeigen, dass über 85 % der Patient:innen in den ersten ein bis zwei Wochen nach der Operation eine deutliche Einschränkung des Geruchssinns erleben.
Hinzu kommt, dass nach vielen Nasenoperationen Tamponaden, Silikonschienen oder andere Stützelemente eingesetzt werden, um Blutungen zu verhindern und die Heilung zu stabilisieren. Diese Materialien blockieren jedoch temporär den Luftstrom und damit auch den Zugang der Duftstoffe zur Riechschleimhaut. Sobald diese entfernt sind – in der Regel nach fünf bis sieben Tagen – kann sich der Geruchssinn nach Nasen OP langsam erholen.
In selteneren Fällen kann der Eingriff zu einer Irritation oder leichten Schädigung der Riechnerven führen. Besonders der Nervus olfactorius, der für die Wahrnehmung von Gerüchen zuständig ist, ist empfindlich. Eine dauerhafte Schädigung ist jedoch extrem selten – in der Fachliteratur wird das Risiko mit unter 0,5 % angegeben (Schriever et al., 2020). Meist handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Reizreaktion, die sich mit der Gewebeheilung zurückbildet.
Auch Infektionen oder ausgeprägte Verkrustungen im Wundbereich können zu Geruchsveränderungen führen. Diese können eine bakterielle Besiedlung begünstigen, die wiederum unangenehme Gerüche auslöst. Dabei handelt es sich nicht um den eigentlichen Geruchsverlust, sondern um eine Veränderung der Luft, die Sie wahrnehmen. Eine sogenannte Ozaena – eine chronische, übelriechende Entzündung – ist extrem selten, kann aber auftreten, wenn die Nasenschleimhäute nicht richtig regenerieren oder unsachgemäß gereinigt werden. Regelmäßige Spülungen und eine gute Nachsorge helfen, solchen Komplikationen vorzubeugen.
Insgesamt gilt: Die Gründe für den eingeschränkten Geruchssinn nach Nasen OP sind meist harmlos und vorübergehend. In Kombination mit der richtigen Pflege und ärztlicher Kontrolle kann der Riechverlust in den allermeisten Fällen vollständig rückgängig gemacht werden.

Typische Symptome im Überblick
Der Geruchssinn nach Nasen OP ist bei vielen Patient:innen in den ersten Tagen oder Wochen merklich beeinträchtigt. Dabei treten häufig zwei begleitende Symptome auf: ein scheinbarer Geschmacksverlust sowie ein unangenehmer Geruch aus der Nase. Beide Erscheinungen sind in den meisten Fällen temporär und Teil des natürlichen Heilungsverlaufs.
Was viele nicht wissen: Der Geschmackssinn ist eng mit dem Geruchssinn verbunden. Bis zu 80 % des Geschmackserlebens hängen laut Deutschem Ärzteblatt vom Geruch ab (Quelle: ck12.org). Ist der Geruchssinn nach Nasen OPreduziert, schmecken viele Speisen plötzlich fade. Besonders bei komplexen Aromen wie Kaffee, Gewürzen oder Wein fällt das auf. Patient:innen berichten dann von einem vollständigen Geschmacksverlust, obwohl die Geschmacksrezeptoren selbst intakt sind. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer retronasalen Riechstörung, bei der die Luft über den Rachenraum die Riechschleimhaut nicht richtig erreicht. Sobald die Schwellung zurückgeht und die Nasenatmung wieder frei ist, verbessert sich in der Regel auch das Geschmacksempfinden.
Ein weiteres häufiges Symptom ist ein unangenehmer, mitunter sogar „fauliger“ Geruch aus der Nase. Dieser entsteht durch Wundsekret, Blutreste oder Verkrustungen, die sich im Rahmen der Heilung bilden. In der ersten Woche nach der Operation ist das normal – die Gerüche lassen sich meist durch regelmäßige Spülungen mit isotonischer Kochsalzlösung deutlich reduzieren. Problematisch wird es erst, wenn der schlechte Geruch anhält oder von gelblichem Sekret, Druckgefühl oder Fieber begleitet wird. Dann besteht der Verdacht auf eine Infektion oder – sehr selten – eine sogenannte Ozaena. Diese chronisch atrophische Rhinitis betrifft laut Studien weniger als 0,1 % der Patient:innen nach Nasenoperationen .
Insgesamt gilt: Temporäre Störungen beim Geruchssinn nach Nasen OP sind häufig und meist harmlos. Sollten sie sich jedoch verschlechtern oder länger als vier Wochen bestehen, empfiehlt sich eine HNO-ärztliche Kontrolle.
Häufigkeit und Dauer des Geruchsverlustes nach Nasen-OP
Der Geruchssinn ist bei einem Großteil der Patient:innen nach einer Nasen-OP vorübergehend eingeschränkt. Das bestätigen sowohl klinische Studien als auch ärztliche Erfahrungswerte. In einer Untersuchung der Universitätsklinik Freiburg berichteten über 85 % der operierten Personen in den ersten Tagen nach der Operation von Riechstörungen, die meist mit einer verstopften Nase und eingeschränkter Nasenatmung einhergingen . Dabei spielt es keine große Rolle, ob es sich um eine funktionelle Nasenseptumkorrektur oder eine ästhetische Rhinoplastik handelt – der Effekt auf die Riechleistung ist in beiden Fällen sehr ähnlich.
Der zeitliche Verlauf zeigt, dass sich der Geruchssinn in den meisten Fällen innerhalb von drei bis sechs Wochen nach der Operation vollständig regeneriert. Dies ist auf den Rückgang der Schleimhautschwellung, das Abheilen von Wundflächen und die Entfernung von Tamponaden oder Silikonschienen zurückzuführen. Einige Quellen geben an, dass es bei bestimmten Patient:innen mit empfindlichem Riechorgan auch bis zu zwölf Wochen dauern kann, bis der volle Geruchssinn zurückkehrt (Centre for Surgery, 2025).
Wichtig ist eine geduldige Nachsorge, da der Heilungsprozess individuell verläuft. Wenn nach sechs bis acht Wochen keine spürbare Verbesserung eingetreten ist, sollte eine Kontrolle durch eine HNO-Ärztin bzw. einen HNO-Arzt erfolgen, um mögliche Komplikationen auszuschließen.
Wie häufig ist der Geruchsverlust nach einer Nasen-OP – und wie lange dauert er?
Aspekt | Angabe / Erkenntnis | Quelle |
Auftreten von Riechstörungen | ca. 85 % der Patient:innen berichten in den ersten 1–2 Wochen nach der OP über eine Beeinträchtigung | Leunig et al., 2020 – Universitätsklinik Freiburg |
Rückkehr des Geruchssinns | 80 % innerhalb von 4 Wochen, bei anderen innerhalb von 6–12 Wochen | Camcioglu, 2022 |
Langfristige Riechstörungen | < 1 % der Patient:innen berichten nach 6 Monaten über anhaltende Einschränkungen | Sachelarie et al., 2020 – Aesthetic Surgery Journal |
Häufigkeit ernsthafter Komplikationen (z. B. Ozaena) | < 0,1 %, meist nur bei Risikopatient:innen mit Vorschädigung oder mangelnder Nachsorge | Camcioglu, 2022 |
Wann sollten Patienten den Arzt aufsuchen?
Der Geruchssinn nach Nasen OP ist in den ersten Tagen und Wochen häufig beeinträchtigt – das ist in der Regel unbedenklich. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Nachkontrolle ratsam oder sogar dringend erforderlich ist. Wenn der Geruchssinn länger als sechs bis acht Wochen eingeschränkt bleibt, ohne dass sich eine Besserung zeigt, sollte die behandelnde HNO-Ärztin oder der behandelnde Facharzt konsultiert werden. Auch wenn sich der Geruch verschlechtert, anstatt sich zu verbessern, kann das ein Hinweis auf Komplikationen sein.
Besonders aufmerksam sollten Patient:innen werden, wenn zusätzliche Symptome auftreten: Dazu gehören starker oder übelriechender Nasenausfluss, eitrige Sekrete, Fieber, einseitiges Druckgefühl oder Schmerzen, die nicht besser werden. Diese Beschwerden deuten auf mögliche Infektionen oder Störungen im Heilungsverlauf hin, die medikamentös behandelt werden müssen. In einigen Fällen kann ein Antibiotikum notwendig sein, in anderen reichen lokale entzündungshemmende Maßnahmen aus.
Bleibt der Geruchssinn nach Nasen OP auch nach mehreren Monaten deutlich eingeschränkt, sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen. In solchen Fällen kommen spezielle Funktionstests des Riechvermögens sowie bildgebende Verfahren wie die Nasenendoskopie oder ein CT zum Einsatz. Wenn ein dauerhaftes Problem festgestellt wird, können verschiedene Therapien helfen: Dazu zählen (z. B. Rosen-, Zitronen-, Eukalyptus- oder Nelkenöl) und bei anatomischen Ursachen gegebenenfalls eine operative Revision.
Studien zeigen, dass ein gezieltes Riechtraining über mindestens zwölf Wochen zu einer signifikanten Verbesserung der Riechleistung führen kann – insbesondere bei posttraumatischen oder postoperativen Riechstörungen.
Wichtig ist: Je früher eine mögliche Störung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf vollständige Erholung des Riechvermögens. Die ärztliche Nachsorge ist also ein zentraler Bestandteil für die Rückkehr des Geruchssinns nach Nasen OP.
Dr. Nikolaus Redtenbacher – Ihr Experte für Nasenkorrektur
Ein chirurgischer Eingriff an der Nase erfordert nicht nur technisches Können, sondern auch ein tiefes Verständnis für Funktion, Ästhetik und individuelle Anatomie. Dr. Nikolaus Redtenbacher vereint all diese Qualitäten in seiner Arbeit und zählt zu den renommiertesten Spezialisten für funktionelle und ästhetische Nasenchirurgie im deutschsprachigen Raum.
Als Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde mit Spezialisierung auf plastische und rekonstruktive Gesichtschirurgie verfügt er über eine außergewöhnliche Doppelkompetenz. Diese erlaubt es ihm, das äußere Erscheinungsbild der Nase präzise zu formen und gleichzeitig die nasale Funktion – insbesondere den Geruchssinn nach einer Nasen-OP – gezielt zu erhalten oder zu verbessern.
Sein Ansatz basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtung: Vor jeder Operation nimmt sich Dr. Redtenbacher Zeit für eine ausführliche Beratung und eine präzise Funktionsdiagnostik. Mithilfe moderner bildgebender Verfahren wie der digitalen 3D-Analyse und computergestützter Atemflussmessung kann er individuell auf die jeweiligen anatomischen Voraussetzungen eingehen. Dabei achtet er stets auf das Gleichgewicht zwischen Form und Funktion, denn eine schöne Nase nützt wenig, wenn sie nicht richtig funktioniert.
Ob der Eingriff medizinisch notwendig ist, beispielsweise bei einer Nasenscheidewandverkrümmung oder chronischer Nasenatmungsbehinderung, oder aus ästhetischen Gründen erfolgt, spielt keine Rolle. Bei Dr. Nikolaus Redtenbacher erwartet Sie eine individuell abgestimmte Behandlung auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung. Das Ziel ist eine Nase, die nicht nur gut aussieht, sondern auch voll funktionstüchtig ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum stinkt meine Nase nach der OP?
Nach einer Nasenoperation ist es normal, dass Wundsekrete, Blutreste oder Verkrustungen einen unangenehmen Geruch verursachen. Solche Heilungsgerüche verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen. Wenn jedoch Eiter, Fieber oder starker Gestank auftreten, kann eine Infektion vorliegen. In diesem Fall sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wann kommt der Geruchssinn nach einer Nasen-OP zurück?
In den meisten Fällen kehrt der Geruchssinn nach Nasen OP innerhalb von drei bis sechs Wochen zurück – sobald Schwellungen und Tamponaden verschwunden sind. In Ausnahmefällen kann es bis zu zwölf Wochen dauern. Sollte sich nach acht Wochen keine Besserung zeigen, ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll.
Kann ich dauerhaft meinen Geruchssinn verlieren?
Ein dauerhafter Verlust des Geruchssinns nach einer Nasenoperation ist sehr selten. Studien zeigen, dass dies in weniger als 1 % der Fälle auftritt. In der Regel ist der Verlust vorübergehend und vollständig reversibel – vor allem, wenn die Operation fachgerecht durchgeführt wurde und keine anatomischen Komplikationen bestehen.
Ist es normal, nach der Nasenoperation nichts riechen zu können?
Ja, das ist in den ersten Tagen völlig normal. Die Schleimhäute sind geschwollen, die Nase eventuell tamponiert oder verschient, sodass Duftmoleküle nicht zur Riechschleimhaut gelangen. Sobald die Nasenatmung sich verbessert, normalisiert sich auch der Geruchssinn nach Nasen OP – meist spürbar innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen.
Kann sich der Geschmackssinn nach einer Nasen-OP verändern?
Ja, viele Patient:innen berichten nach einer Nasenoperation über Geschmacksveränderungen. Das liegt daran, dass bis zu 80 % des Geschmackserlebens eng mit dem Geruchssinn verbunden sind. Wenn die Nasenschleimhäute durch Schwellungen oder Tamponaden blockiert sind, wirken viele Speisen zunächst fad. Die Geschmacksrezeptoren selbst sind dabei nicht geschädigt – vielmehr handelt es sich um eine retronasale Riechstörung, weil Duftstoffe nicht in ausreichendem Maß die Riechschleimhaut erreichen. Sobald die Schwellung zurückgeht und die Nasenatmung frei wird, normalisiert sich das Geschmacksempfinden meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen. Hält die Veränderung jedoch länger an, empfiehlt sich eine HNO-ärztliche Kontrolle, um Infektionen oder andere Ursachen auszuschließen.
Von Dr. med. univ. Nikolaus Redtenbacher, plastischer Gesichtschirurg und Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde mit über 20 Jahren Erfahrung.
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